Erneut wurde in Frankfurt gegen die Pelzmesse "Fur&Fashion", gegen Pelz allgemein und alle anderen Tierausbeutungsformen protestiert. Viele Bilder gibt es hier: http://www.tierlobby.de/news_seite/fotos_fuf08/index.html
*** 900 Demonstrierende bei Demo gegen die Pelzmesse Fur&Fashion
Mittlerweile ist die jährliche Großdemonstration gegen die internationale Pelzmesse Fur&Fashion Frankfurt zu einer Veranstaltung geworden, die den Höhepunkt der Anti-Pelz-Proteste in Deutschland darstellt. In den letzten 6 Jahren konnte jedesmal die Anzahl der Demoteilnehmenden zulegen, während die Anzahl der Ausstellerfirmen und Messe-BesucherInnen stetig abnahm. Dieses Jahrbeteiligten sich ca. 900 Personen an den lautstarken Protesten durch die Frankfurter Innenstadt.
Riesiger schwarzer Blockdurch die Innenstadt
Zum ersten mal gab es dieses Jahr einen empfohlenen Dresscode, der schwarz mit Sonnenbrille lautete. Diesem Aufruf war ein Großteil der Aktiven gefolgt, was ein imposantes Bild des Demozuges abgab. Leider wirkte die Demo dadurch etwas aggressiv, obwohl diese Demo eigentlich einen friedlichen Protest gegenüber der Gewalt gegen hilflose Tiere darstellt. Damit bei den PassantInnen nicht ein falscher Eindruck entsteht, werden wir in Zukunft eher auf positive Farben setzen bzw. lieber auf einen empfohlenen Dresscode verzichten.
Fahrradkaravane aus dem Süden
Schon im Vorfeld machten einige TierrechtlerInnen, organisiert von der Münchener Antispeziesitischen Initiative (M.A.I.) mit einer Fahrradkaravane auf sich aufmerksam. Am 29. Februar startete eine Gruppe von München aus per Fahrrad, um mit Zwischenstopps in Salzburg, Rosenheim, Augsburg, Ulm, Stuttgart, Heidelberg und Darmstadt pünktlich am 8. März in Frankfurt zur Großdemo einzutreffen. Die Gruppe nahm auch mit ihren Fahrrädern als Fahrradblock an der Fur&Fasion-Demo teil.
Nicht nur ein Protest gegen Pelz
Die TIRM, die seit einigen Jahren die Fur&Fashion-Demo organisiert, sieht die Proteste im Kontext des abolitionistischen Kampfes für die Abschaffung aller Tierausbeutungsformen. Deshalb waren die Infostände der vielen unterschiedlichen Tierrechtsgruppen und Vegan-Shops am Carl-Theodor-Reiffenstein-Platz ein integraler Bestandteil der Proteste. Da Pelz ein Thema ist, welches viele TierschützerInnen und emotionale Tierfreunde anzieht, ging es bei den Infoständen auch darum, die Demoteilnehmenden, die zum Teil noch nicht vegan lebten, über den Tierrechtsgedanken aufzuklären.
Anti-Pelz-Fest
Mit der Demonstration durch die Innenstadt endete der Tag aber noch lange nicht. Im Autonomen Zentrum ExZess in Frankfurt-Bockenheim fand ab 18 Uhr das Anti-Pelz-FestJustice Beatz statt. Veganes Essen und Live-Musik wurden geboten. Die veganen HipHopper Aslan und Callya unterhielten mit einergemeinsamem Performance, gefolgt von der Punkband Tackleberry. Zum Abschluss legten noch DJ Mellox und DJ Pogobi auf.
Messeblockade
Parallel zum Anti-Pelz-Fest entschloss sich eine Gruppe von ca. 30 TierrechtlerInnen, den Protest auch direkt an das Messegelände zu tragen, wo an dem Tag die Pelzmesse Fur&Fashion dem Ende zuging. Die Gruppe entschied sich, die Ausfahrten des Messegeländes in der Nähe zur Halle 9 zu blockieren, um somit ein klares Zeichen gegen die abreisenden Ausstellerfirmen der Pelzindustrie zu setzen. Trotz mehrfacher Androhung einer Räumung von Seiten der herbeigeeilten Polizei, wurde dieser Protest letztendlich geduldet und endete gegen Mitternacht mit einem Demonstrationszug von der Messe bis zum Kulturzentrum ExZess.
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NACHTRAG Fur&Fashion ade!
Die Frankfurter Pelzmesse, die sich seit 60 Jahren als Aushängeschild der internationalen Pelzindustrie zu präsentieren versucht, wird es in Zukunft nicht mehr geben. Wir werten das als großen Erfolg, haben wir doch jahrelang zu Demonstrationen aufgerufen und aus der alljährlichen Großdemo mit Rahmenprogramm einen Treffpunkt für TierrechtlerInnen aus dem ganzen Bundesgebiet und über die deutschen Grenzen hinaus geschaffen (siehe Bericht der letzten Demo auf der nächsten Seite).
Wir mussten die Meldung in der TextilWirtschaft zweimal lesen, ehe wir unseren Augen trauten: Kaum zu glauben, aber wir haben es geschafft – ab 2009 gibt es die Fur&Fashion nicht mehr in Frankfurt. Der Zusammenschluss gleich mehrerer einschlägiger Messen in Mailand [Mifur mit Mipel und Fur&Fashion (Lederwaren und Pelz), Micam (Schuhe)] zeigt, wie gering die Akzeptanz der Tierqualprodukte geworden ist. Als erstes Anzeichen dafür, dass das DPI (Deutsches Pelzinstitut) & Co. immer weniger öffentliche Plattformen nutzen können und immer mehr an Einfluss verlieren, zeigte sich z.B. dadurch, dass der Internationale Design-Wettbewerb des deutschen Kürschner-Handwerks dieses Jahr in der angedachten Form kurzfristig abgesagt wurde.
Es war und es ist nach wie vor wichtig, nicht nur den produzierenden und verkaufenden Unternehmen ihr Handeln möglichst zu erschweren (wie momentan z.B. mit der internationalen ESCADA Campaign, sondern auch die KonsumentInnen wachzurütteln. Eigentlich ist das Töten eines Wirbeltieres ohne vernünftigen Grund ja in Deutschland verboten. Laut einer GfK-Studie sind 8 von 10 Menschen gegen das Pelztragen, somit kann es kein vernünftiger Grund sein. Dennoch wurde eine Anzeige gegen einen Pelzfarmbetreiber abgewiesen, unter anderem mit der Begründung, dass »aber das Tragen von Pelzmoden bei großen gesellschaftlichen Ereignissen weiterhin Bedeutung hat und keineswegs als Missgriff oder als nichtgesellschaftsfähig gewertet wird«.
Was bedeutet das? Dass wir dafür sorgen müssen, dass Pelz nicht mehr gesellschaftsfähig ist. Bei denjenigen, die den Mitlaufenden die Trends vorgeben: den KürschnerInnen, DesignerInnen, ihren bezahlten oder unbezahlten Models und vor allem deren Marketingleuten. Genau diese werden sich auch weiterhin in Frankfurt treffen. Deshalb ist es wichtig, dass auch wir wieder im nächsten Jahr protestieren. Während der Nachfolgeveranstaltung Market Days, die vom 14. bis 16. März 2009 in Frankfurt geplant ist, werden wir nicht tatenlos zusehen, wie die Branche weiterhin versucht, möglichst ungestört am Leid und Tod der Tiere zu profitieren. Wir hoffen, dass uns wieder viele TierrechtlerInnen hierbei unterstützen und sich abermals zu einem lautstarken Protest in Frankfurt einfinden.
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