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PRESSEMITTEILUNG
Keine Besserung für 4 Mio. Milchproduzenten!

Frankfurt am Main • Die Medien waren und sind gefüllt mit Meldungen über die Situation der Milchbauern und über den Kampf für einen angemesseneren Milchpreis. Tierrechtlerinnen und Tierrechtler sind natürlich der Meinung, dass arbeitende Menschen für ihre Leistungen angemessen entlohnt werden sollten. Was aber bei der ganzen Diskussion um die niedrigen Milchpreise gerne vernachlässigt wird, sind die eigentlichen Produzenten der Milch, nämlich die Kühe. Die Milchbauern schmücken sich gerne mit einem Produkt, welches sie durch Ausbeutung anderer Lebewesen erlangt haben. Wer solidarisiert sich aber mit den eigentlichen Produzenten der Milch? Da Kuhmilch aktuell stark thematisiert wird, ist es die richtige Zeit, dieses "Nahrungsmittel" einmal genauer zu betrachten.

Wir wissen alle, dass Milch nicht von lilafarbenen Kühen auf der Weide kommt, sondern im Normalfall von Holsten-Rindern, die in dunkle Ställe eingepfercht zu Milchproduktionsmaschinen degradiert werden. Auch wenn es einen "angemessenen" Preis für die Milch gäbe, würde dieser nicht den Kühen und schon gar nicht ihren Kälbern zugute kommen, sondern lediglich die Kassen der Bauern füllen.

» Solange Tiere als Nahrungsmittelproduzenten ausgebeutet werden« kommentiert Heiko Weber von der TIRM (TierrechtsInitiative Rhein-Main e.V.), »wird dies unter möglichst kostengünstigen Bedingungen geschehen. Und dies wird sicher nicht im Sinne der Tiere passieren«. Wenn wir uns also mit den Milchproduzenten solidarisieren wollen, müssten wir eigentlich eine Abschaffung der Milchproduktion durch Kühe fordern.

Milch ist gesund? Ja, im Säuglingsalter und von der eigenen Spezies. Ein »gutes Gewissen« wäre nicht das einzige, was der Verzicht auf Kuhmilch, Käse, Joghurt, Quark & Co. mit sich bringt. Auch die Gesundheit profitiert davon. Nicht nur, dass Veganer bei Vergleichen mit Mischköstlern rundherum signifikant bessere Werte aufweisen. Aktuelle Studien zeigen deutliche Zusammenhänge zwischen Milchkonsum und Krankheiten wie Rheuma, Prostatakrebs und Osteoporose. Ganz zu schweigen von ungesunden Bestandteilen in der Milch wie fremdes Cholesterin, tierliche Fetten, Rückstände von Antibiotika und anderen Medikamenten.

Leider verursacht die "Milchproduktion" noch andere Negativeffekte: nämlich einen unglaublichen CO2-Ausstoß. Statistiker gehen davon aus, dass die gesamte "Rindvieh"-Haltung ebenso schädlich ist wie der komplette Autoverkehr. Und damit nicht genug. Auf der Welthunger-Demo, die am 7. Juni 2008 in Köln stattfand, wurde verdeutlicht, dass der Verzehr von tierlichen Produkten eine enorme Ressourcen-Verschwendung ist. Derzeit leiden über 850 Mio. Menschen Hunger - jede Minute sterben weltweit elf Kinder an Unterernährung. In Bolivien z.B. steht 1,8 Mio. Menschen nicht genügend Nahrung zur Verfügung, dennoch werden unbeirrt Unmengen an Nahrung ins ferne Europa geschafft, um dort durch ineffektive "Veredelung", also die Verfütterung an "Nutztiere", weitgehend vernichtet zu werden. Um 1 Kalorie Nahrung aus Tieren herzustellen, wird je nach Tierart die 5-30fache pflanzliche Menge benötigt. Die enorme Futtermittel-Nachfrage führt außerdem zu einem hohen Bedarf an Ackerfläche. In Brasilien wird für den Anbau von Futtersoja zunehmend Urwald zerstört.

Und nun? Dürfen wir Menschen überhaupt keine Milch und Milchprodukte mehr konsumieren? »Glücklicherweise gibt es mittlerweile auf der Basis von Soja, Hafer und Reis eine Fülle an alternativen Produkten«, freut sich Viola Kaesmacher von der TIRM. Joghurt, Pudding & Co. kann problemlos ohne Tiere hergestellt werden. Wieso also werden Tiere und Umwelt ausgebeutet und wieso beuten sich die Milchbauern selbst aus? Tierrechtlerinnen und Tierrechtler fordern zum sofortigen Nach- und Umdenken auf und langfristig die Abschaffung der Tiermilchproduktion. Da hätten alle was von: die Tiere, die Umwelt und auch die Menschen.

Die TierrechtsInitiative Rhein-Main veranstaltet alle 2 Wochen sonntags ab 12:00h einen Vegan-Brunch, bei dem leckere Alternativen probiert werden können. Alle Interessierten sind eingeladen: www.tirm.de/termine.externer Link


veröffentlicht am 09.06.2008
   
 
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